H.T.V. "EDELWEISS-STAMM" ERDING eV.

 

Gegr.1909

Mitglied im Isargau

Die Erdinger waren zwar nicht die ersten, als sie 1909 auf die Idee kamen, einen Trachtenverein zu gründen.

Denn die ältesten Trachtenvereine bestanden schon seit 20 Jahren, als die Begeisterung zum gemeinsamen Tanzen, Singen und Musizieren auf die Semptstadt übergriff.

Der Zusammenschluss wurde 1909 auf eine feste Grundlage gestellt: Vier Deandl und neun Buam riefen den

G.T.E.V."Neu Edelweiss"
ins Leben und wählten Rupert Münsterer zu ihrem Gründungsvorstand.

Weitere Gründungsmitglieder waren:

Maria Bachmaier, Anni Gsimsl, Maria Eger, Maria Schmid, Jakob Bachmaier, Franz Brobmann, August Dorfmüller, Josef Funk, Mathias Haneder, Josef Hermansdorfer, Mathias Paukner und Johann Scherzl.

In dieser Zeit war es nicht einfach, Geld für eine Fahne aufzutreiben, aber mit ihrem Tatendrang schafften sie es.

Am 14. August 1910 wurde die neue Vereinsfahne geweiht, und die "Ettaler-Mandl" aus München hatten die Patenschaft übernommen. Diese freundschaftliche Verbindung wird bis heute aufrechterhalten und gepflegt. Leider löste sich unser Patenverein mangels Mitglieder 2012 auf.

Mit Beginn des 1.Weltkrieges wurden die hoffnungsvollen Anfänge auf eine harte Probe gestellt. Sorgen und Nöte brachten das Vereinsleben zum Erliegen. Aber 1919 blühte der Verein wieder auf. Jetzt hielt man eine Zusammenarbeit der Vereine für notwendig und gründete als Verband den Isargau .

Eine neuer Abschnitt begann 1921, Karl Roßrucker übernahm die Vorstandschaft des G.T.E.V. . Mit einem großen Fest feierten die Erdinger Trachtler ihr 15- jähriges Jubiläum.

1934 zum 25- jährigen Bestehen, wurde erstmals das Isargaufest nach Erding vergeben, 34 Vereine folgten dieser Einladung.

Doch die politischen Verhältnisse hatten sich 1934 grundlegend geändert. Immer wieder versuchten die Nationalsozialisten Einfluss auf die traditionsbewussten, aber ganz und gar unpolitischen Trachtenvereine zu nehmen und sie für ihre Zwecke zu missbrauchen.

1937 war es mit der Selbständigkeit vorbei. Der Trachtenverein wurde zwangsweise in die Organisation "Kraft durch Freude" eingegliedert.

Der zweite Weltkrieg hatte den Verein zum Ruhen gebracht und forderte außerdem zahlreiche Opfer unter den Mitgliedern.

Beim Bombenangriff auf Erding wurden alle alten Protokollbücher völlig vernichtet. Daher beruhen alle Angaben zur Gründerzeit im wesentlichen auf mündlichen Überlieferungen.

Die festen Ideale der Erdinger Trachtler überstanden auch diese Bewährungsprobe. 1946 erreichte Vorstand Lorenz Berndl bei der Militärregierung die Aufhebung des Verbotes jeglicher Vereinstätigkeit das nach dem Krieg erlassen wurde.

Der neuerliche Aufschwung des Trachtenvereins ging mit dem wirtschaftlichen Aufschwung einher: kein Aufbruch zu neuen kulturellen Werten, sondern das Bewahren der Heimat, der alten Sitten und Bräuche war gefragt.

1949 hatten die Erdinger Trachtler wieder Grund zum Feiern, das " 40- jährige Bestehen " wurde das erste Fest nach dem Krieg .

Das turbulente halbe Jahrhundert war am Aushängeschild des Vereins, der Fahne, nicht spurlos vorübergegangen. Darum schaffte sich der Verein, der ja auch nicht mehr so "neu" war, 1956 eine neue Fahne an, und nannte sich

Heimat-Trachten-Verein "Edelweiss-Stamm"

Anfang der 60- iger Jahre verschrieben sich die Mitglieder mehr der Pflege von Volksmusik und Gesang, vor allem der Verdienst des unermüdlichen Sepp Holmburger. Er beherrschte nicht nur die Zither meisterhaft , sondern verstand es, sein Können auch an andere weiterzugeben. Der Verein würdigte das langjährige Wirken mit der Ehrenmitgliedschaft Holmburgers. Der Landkreis Erding verlieh ihm 1984 sogar den Kulturpreis.

Der Isargau übertrug 1966 den Erdinger Trachtlern, mit Ludwig Wanderer an der Spitze, die Verantwortung für das 47.Isargaufest. Das gut organisierte Fest ist 2300 Trachtlern und mehreren tausenden Zuschauern in guter Erinnerung geblieben.

1967 vollzog sich in der Vereinsführung ein Generationswechsel, Isidor Oberpriller wurde zum 1.Vorstand gewählt .

Neuer Schwung kam auch mit dem engagiertem Vorplattler, Hans Voithenleitner,  der leider viel zu früh verstorben ist.

Unter seiner fachkundigen Anleitung wuchs die Begeisterung für Schuhplattler und Volkstänze. Die Proben zahlten sich aus. Die Buam und Deandl, sowie auch die Erdinger Jugendgruppe, standen beim Wertungsplatteln auf vordersten Plätzen.

Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte: Das 57.Isargaufest 1976.

Rund 4000 Trachtler und 11 Musikkapellen, zogen durch die Herzogstadt, 25000 Zuschauer jubelten ihnen zu.

Erneut hatten die Mitglieder mit Vorstand Oberpriller ihr Organisationstalent bewiesen und ein gelungenes Fest ausgerichtet.

Das es beim H.T.V. Erding stets bergauf ging und keine Flaute eintrat, war auf die Jugendarbeit zurückzuführen, um die sich jahrelang die leider viel zu früh verstorbene Hildegard Voithenleitner kümmerte.

1978 anlässlich des 750-jährigen Bestehens ihrer Heimatstadt richteten die Erdinger Trachtler einen großen Heimatabend aus. Dagegen eher bescheiden hat der Verein 1989 seinen 80. Geburtstag gefeiert. Doch das beste Geschenk zum Jubiläum kam vom Erdinger Landkreis. Dieser würdigte die kulturelle Bedeutung und zeichnete den H.T.V. "Edelweiss Stamm" mit dem alljährlich vergebenen Kulturpreis aus.

Dass der Verein immer auf dem richtigen Kurs blieb, dafür sorgte 28 Jahre Isidor Oberpriller. In dieser Zeit hat er den Heimat- und Trachtenverein maßgeblich mitgeprägt. Er wurde für seine Verdienste 1995 zum Ehrenvorstand ernannt.

1995 wurde Norbert Schwarzenböck zum 1.Vorstand gewählt.
Er ist seit 1971 Mitglied im Trachtenverein und bekleidete 23 Jahre das Amt des 1.Vorplattler. Bis zum heutigen Tag hat ihm der Verein sein Vertrauen ausgesprochen.

Groß feierte der Verein 1999 sein 90-jähriges Gründungsfest verbunden mit dem 80.Isargaufest. Unter der Leitung von Norbert Schwarzenböck durften Sie wieder einmal ihr Organisationstalent unter Beweis stellen. Letztendlich war auch dieses Ereignis ein voller Erfolg. 30 000 Zuschauer waren in die Innenstadt gekommen um den ca. 5000 Trachtlern , 18 Musikkapellen und 8 Festwagen zuzujubeln.

Die Zeit hat sich in den fast zehn Jahrzehnten in Erding stärker als anderswo gewandelt: Früher landwirtschaftlich ausgerichtet, heute im Bann des Erdinger Flughafens ein gesuchter Wirtschaftsstandort. Aber der traditionsbewusste und heimatvebundene "Edelweiss Stamm" mit seinen ca. 180 Mitgliedern , davon tragen ca. 70 Mitglieder die Miesbacher Tracht, bleibt immer eine feste Größe.

Die Blüte des Vereins beruht auf der vertrauensvollen Zusammenarbeit der gesamten Vorstandschaft, die von Ihren Mitgliedern tatkräftig unterstützt wird. Dadurch hat der H.T.V. "Edelweiss-Stamm"Erding e.V. maßgeblich ein Jahrhundert die schöne Herzogstadt Erding mitgeprägt.

Doch auch noch heute werden schon die Kleinsten miteinbezogen. Der gute Zusammenhalt führt dazu, dass Jugendliche auch als Erwachsene aktive Trachtler bleiben.

Ein besonderer Dank gilt hier auch der langjährigen 1. Jugendleiterin Bärbel Huber und dem 2. Vorplattler Manfred Huber. Mittlerweile ist auch hier ein Generationswechsel eingetreten und Franziska Schwarzenböck  sowie Florian Bergweiler und Andrea Steiger werden auch in Zukunft dafür sorgen,daß es dem Verein nicht an Jugendarbeit fehlt.


Oktober 2013